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Was ist RoboCup? (D)

Spiel Roboterfußballer messen sich bei nationalen und internationalen Turnieren des RoboCup. Dort gibt es verschiedene Ligen, in denen sich Roboter unterschiedlicher Bauart messen können. Es gibt dort große, mit Rädern angetriebene Roboter, die mit einem richtigen Fußball spielen, sowie sehr kleine Roboter, die sich auf einer Tischplatte bewegen. Man findet Ligen mit selbst gebauten Robotern, und Ligen, in denen alle Teams die gleichen Roboter einsetzten. Wir spielen in der „Standard Platform League“, in der alle Mannschaften den zweibeinigen Roboter „Nao“ einsetzen. Die Herausforderung für die Teams ist es, dem Roboter beizubringen, wie man Fußball spielt.
In Deutschland gibt es ca. 10 Mannschaften von verschiedenen Universitäten, die in der Standard Platform League antreten. Wir treffen uns jährlich zum Wettbewerb „RoboCup German Open“ in Magdeburg, bei dem Mannschaften aus Deutschland und Europa teilnehmen. Die Weltmeisterschaft findet ebenfalls jährlich statt, dieses Jahr in Istanbul. Weltmeister in der Standard Platform League ist übrigens das Team „B-Human“ aus Bremen.

Regeln wie beim richtigen Fußballspiel?

Schiedsrichter Das Spielfeld in der „Standard Platform League“ ist 6×4 Meter groß. Beide Teams stehen mit jeweils bis zu vier Robotern auf dem Feld, die während des Spiels völlig eigenständig entscheiden müssen, was zu tun ist. Und natürlich hat das Spiel auch Regeln, die von einem Team von vier menschlichen Schiedsrichtern durchgesetzt werden. Das häufigste Foul ist „Pushing“, d.h. das Anrempeln von anderen Spielern, das mit einer Zeitstrafe von 30 Sekunden geahndet wird. Die Halbzeiten dauern jeweils 10 Minuten, allerdings können die Teams jeweils Auszeiten von 5 Minuten nehmen, beispielsweise um defekte Roboter zu reparieren oder auszutauschen.

Der Nao Roboter

NaoWarum sehen alle Roboter gleich aus? Das ist die am häufigsten gestellte Frage am Spielfeldrand. Wir spielen in der „Standard Platform League“, in der alle Mannschaften den Roboter „Nao“ einsetzen, der von der französischen Firma Aldebaran Robotics hergestellt wird. Er ist ca. 4 kg schwer, hat 23 Gelenke und ist damit auch sehr beweglich. Weil die Roboter eigenständig Fußball spielen sollen, haben sie einen kleinen Computer an Bord, mit dem sie entscheiden, was zu tun ist. Kauft man einen solchen Roboter, kann er noch nicht Fußball spielen. Die Mannschaften bringen dem kleinen Zweibeiner erst mal bei, wie man aufsteht. Danach stehen komplexere Bewegungen auf dem Plan. Richtig kompliziert ist es, dem Roboter das Sehen beizubringen. Sehen kann der Roboter mit einer kleinen Kamera im Kopf, mit der er auf das Spielfeld schaut. Damit sich die Roboter auf dem Feld zurechtfinden, müssen Sie sich umschauen und z.B. nach den bunten Toren Ausschau halten. Deshalb sind die Tore auch gelb  bzw. blau angestrichen und der Ball ist rot. Manchmal wundern wir uns, wieso die Roboter so blind sind, und das Tor oder den Ball einfach nicht erkennen, obwohl es uns Menschen gar nicht schwer fällt. Ein Roboter tut sich da noch sehr schwer…

Hinter den Kulissen

Spielvorbereitung„Was machen die Leute an den Computern da hinten?“  werden wir oft gefragt, wenn wir bei der Spielvorbereitung Zuschauer haben. Roboterfußball ist eine schwierige Sache!  Bei den Bembelbots sind 15 Studenten beteiligt, die sich um verschiedene Aufgaben kümmern, beispielsweise die Auswertung der Kamerabilder oder die Spielstrategie. Auf dem Platz ist alles anders! Deshalb wird oft bis in letzter Sekunde an kleinen Verbesserungen gearbeitet. Funktioniert etwas nicht wie geplant, wird fieberhaft nach einer Lösung gesucht. Etwa eine halbe Stunde vor dem Spiel fangen wir an, die Roboter vorzubereiten. Da werden noch schnell neue Batterien eingesetzt, der Bordcomputer erhält das neuste Programm, und die Roboter werden je nach Mannschaft mit roten oder blauen Bändern markiert, damit man weiß, wer zu welchem Team gehört. Kurz vor Anpfiff werden die Roboter eingeschaltet und dann kann es losgehen…. Für die Trainer am Rechner heißt es nun abwarten, jetzt dürfen sie nicht mehr eingreifen. Alle fiebern mit, wenn die putzigen Roboter über das Feld laufen. Jetzt zeigt sich Erfolg oder Misserfolg der Arbeit. Gut, wenn man dann auch über die Missgeschicke der eigenen Roboter lachen oder über das erste Tor so richtig jubeln kann!

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